145 zusätzliche belgische Soldaten auf dem Weg nach Kabul und Islamabad

24/08/2021, 16:38
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Zurzeit sind 145 zusätzliche Soldaten auf dem Weg zum Flughafen in der afghanischen Hauptstadt Kabul und in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Das hat Major Peter Freys gegenüber VRT NWS bestätigt. Am Montagabend sagte Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder, dass Belgien alle Optionen in Betracht zieht, um die Evakuierung zu beschleunigen.

“Die Flugzeuge, die von Belgien aus leer nach Islamabad fliegen, werden die belgischen Truppen vor Ort verstärken”, sagte die belgische Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder am Montagabend in Terzake auf dem VRT-Sender Canvas. “Wir sind vorbereitet für den Fall der Fälle und ziehen alle möglichen Optionen in Betracht, gemeinsam mit unseren Partnerländern.”

Major Peter Freys sagte gegenüber der VRT, dass zurzeit 145 zusätzlich nach Kabul und Islamabad geflogen werden. Die meisten würden vorerst von Islamabad aus operieren, darunter auch Flugzeugtechniker: “Diese Soldaten werden unter anderem die zusätzlichen Evakuierungsflüge zwischen Kabul und Islamabad unterstützen.

Verteidigungsministerin Dedonder erklärte, dass die Truppen vor Ort auch untersuchen werden, ob man aktiv Leute aus der Stadt zum Flughafen Kabul bringen könnte: “Jetzt bitten wir die Leute, selbst zum Flughafen zu kommen, aber es werden alle Möglichkeiten geprüft.”

Zusammenarbeit mit anderen Ländern läuft besser

Nach Angaben von Dedonder verläuft die Zusammenarbeit mit anderen Ländern inzwischen wesentlich reibungsloser. “Im Moment ist die Zusammenarbeit mit den Ländern vor Ort sehr gut. Am Flughafen Islamabad arbeitet Belgien mit Dänemark und den Niederlanden zusammen, um Leute zu evakuieren.” Belgische Flugzeuge haben bereits Niederländer und Dänen mitgenommen, und auch Belgier sind mit niederländischen Flugzeugen geflogen.

Auch die Zusammenarbeit mit den Amerikanern hat sich gebessert: “Seit gestern läuft die Zusammenarbeit sehr gut”, sagte Dedonder: “Am ersten Tag war es schwierig.”

Belgien hat keinen Kontakt zu den Taliban

“Belgien hat keine Kontakte zu den Taliban”, bestätigte die Ministerin. Wäre es nicht sinnvoll, Vereinbarungen mit den Taliban zu treffen, um mehr Menschen sicher zum Flughafengelände zu bringen? Auch auf diese Frage des VRT-Journalisten Jan Baliauw meinte die Verteidigungschefin, dass “alle Optionen geprüft werden”.

Von vier auf sechs Evakuierungsflügen hochschrauben

Die Zeit drängt, denn am 31. August werden die amerikanischen Truppen, sofern keine Änderung kommt, vom Flughafen in Kabul abgezogen. “Aus diesem Grund erhöhen wir die Zahl der Flüge”, reagierte Ministerin Dedonder: “Das bedeutet, dass gegebenenfalls mehr als vier Evakuierungsflüge pro Tag zwischen Kabul und Islamabad durchgeführt werden müssen. Wir müssen eine maximale Anzahl von Flügen einsetzen, um eine maximale Anzahl von Menschen zu evakuieren, bevor die Flugsteige geschlossen werden.”

Major Freys bestätigte am Dienstag, dass die “Rotationsflüge zwischen Islamabad und Kabul von vier auf sechs erhöht wurden”, um so viele Menschen wie möglich ins Ausland zu bringen.

Länger in Afghanistan zu bleiben als die Amerikaner, kommt nicht in Frage. Dedonder: “Wenn die Vereinigten Staaten gehen, werden andere Länder die gleiche Entscheidung treffen”. Mit anderen Worten: Unser Land wird auch nicht länger bleiben als die Amerikaner.